6. Sicherheitsseminar der Kreisfeuerwehr Lüneburg erneut ein voller Erfolg – In diesem Jahr mit dem Schwerpunkt: Sicherheit im Gefahrguteinsatz

6. Sicherheitsseminar der Kreisfeuerwehr Lüneburg erneut ein voller Erfolg – In diesem Jahr mit dem Schwerpunkt: Sicherheit im Gefahrguteinsatz

Hörsaal 3 der Leuphana Universität. Burkhard Jäkel, Sicherheitsbeauftragter der Kreisfeuerwehr Lüneburg, hat am Samstag, dem 08. November zum 6. Sicherheitsseminar der Kreisfeuerwehr eingeladen. Dieses Seminar hat sich mittlerweile als fester Bestandteil im Jahresdienstplan der Sicherheitsbeauftragten und Führungskräfte der Feuerwehren aus dem Landkreis Lüneburg etabliert. Auch Teilnehmer aus der Verwaltung, der Bundeswehr, des THW, von den Rettungsdiensten sowie der Polizei waren eingeladen. Immer wieder werden, neben einem qualifizierten Gastreferenten, Sicherheitsthemen aus aktuellem Anlass, angesprochen.
Schwerpunkt war dieses Mal das Thema: Sicherheit im Gefahrguteinsatz.
Hierfür war es möglich, eine wirkliche Kapazität, zu gewinnen: Arno Dittmann, Brandschutzingenieur und Leiter des Rettungsservice(Werkfeuerwehr) beim Chemieriesen Henkel in Düsseldorf.
Außerdem waren Kreisfeuerwehrarzt Folkert Grothusmann mit einem kurzen Beitrag zum Thema Vorsorgeuntersuchung für Atemschutzgerätträger („G 26/3“) und von der Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen Kamerad Jochen Köpfer, mit Erfahrungen aus einem aktuellen Brandeinsatz in der Region Hannover, mit vier verletzten Feuerwehrkameraden, mit von der Partie.

Als Arno Dittmann seinen Vortrag begann, konnten nur wenige ahnen, wie fesselnd und praxisnah seine Schilderungen zum Umgang mit Gefahrstoffen sein werden. Dennoch wurde schnell deutlich, dass hier ein Fachmann aus dem wirklichen Leben sprach. Seine sachlichen und warnenden Hinweise zu diesem ernsten Thema wurden durch anschauliche Fotografien und Beispiele aus dem Gefahrstoffalltag auf Deutschlands Verkehrswegen sowie mit wohl dosiertem, rheinischem Humor gekonnt vermittelt.
Noch nach zwei Stunden hätte man im Hörsaal 3 eine Stecknadel fallen hören können. Dittmann, der ein Mitentwickler des mittlerweile bewährten und beispielhaften TUIS ( Transport- Unfall – Informations –und Hilfeleistungssystem der deutschen chemischen Industrie)-Systems ist, machte allen, auch erfahrenen und –für den Gefahrgutbereich – entsprechend qualifizierten Führungskräften noch einmal deutlich, dass die Feuerwehren überall und jederzeit vor Herausforderungen mit extremsten Gefahren bei Unfällen mit chemischen Stoffen stehen können und Ladungserschütterungen, z.B. auf dem Seetransport, vernachlässigte Ladungssicherung –und Kennzeichnung oftmals dazu beitragen, entsprechende Unfallsituationen und die Gefährdung für Einsatzkräfte und andere Beteiligte deutlich zu erhöhen.

Dabei gelang es Dittmann, anhand von Praxisbeispielen, ebenfalls, die notwendige Sensibilität für scheinbar alltägliche Situationen, wie z.B. das Öffnen der Tür eines 20ft-Seecontainers, etwa nach einem LKW-Unfall, oder das Auftreten multipler Gefährdungen durch reaktionsfreudige und hochtoxische Arsenverbindungen, hervorzuheben. Große Sorge bereite dem Experten die weitgehende Verbreitung von Flusssäure, insbesondere in der Graffiti-Szene. „Vor diesem Teufelszeug haben sogar wir regelrecht Angst!“. Vielen, die mit dieser Chemikalie Umgang hätten, sei nicht bewusst, in welcher unmittelbaren Lebensgefahr sie sich befänden, so der erfahrene Gefahrstoffprofi aus Düsseldorf.

Ausnahmslos alle Teilnehmer waren sich einig, dass dieses 6. Sicherheitsseminar ein voller Erfolg war und diejenigen die nicht teilnehmen konnten, es bereuen werden.
Denn innerhalb der Feuerwehren im Landkreis Lüneburg, wird die gelungene Auswahl des Referenten auch inhaltlich noch lange nachwirken.

Stellv. Pressewart
der Kreisfeuerwehr Lüneburg
Markus – Björn Peisker

Persönliche Anmerkung:
Schade, dass so wenig Führungskräfte an dieser Veranstaltung teilgenommen haben! Das Thema Sicherheit im Gefahrguteinsatz betrifft im Ersteinsatz den örtlichen Einsatzleiter und erst später den Leiter der Gefahrguteinheit …
C. Schmidt

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